{"id":318,"date":"2026-03-01T14:13:12","date_gmt":"2026-03-01T14:13:12","guid":{"rendered":"https:\/\/vorarlberg.oeli-ug.at\/?p=318"},"modified":"2026-03-01T16:11:17","modified_gmt":"2026-03-01T16:11:17","slug":"reform-ohne-veraenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vorarlberg.oeli-ug.at\/?p=318","title":{"rendered":"Reform ohne Ver\u00e4nderung"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group wrapper-mobile-80 has-global-padding is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h2 class=\"wp-block-heading has-contrast-color has-text-color has-link-color has-large-font-size wp-elements-1\" style=\"margin-top:0;margin-right:0;margin-bottom:0;margin-left:0\">Ein Kommentar zu den aktuellen Pl\u00e4nen des Bildungsministers von VLI-Obmann Gerhard Pu\u0161nik<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"256\" height=\"214\" src=\"https:\/\/vorarlberg.oeli-ug.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/gerhardpusnik.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-327\" style=\"aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:87px;height:auto\"\/><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-global-padding is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p class=\"has-contrast-color has-text-color has-link-color wp-elements-2 wp-block-paragraph\">Eine \u201eAufholjagd\u201c ist dem Bildungsminister zu wenig, er will das Bildungssystem mit einem \u201ePlan Z\u201c auf die \u201e\u00dcberholspur\u201c bringen. Das hat Christoph Wiederkehr Mitte November in einer Grundsatzrede verk\u00fcndet. Bildung hei\u00dft f\u00fcr ihn: kritisch denken, Zusammenh\u00e4nge begreifen, Verantwortung \u00fcbernehmen. Es sei ihm wichtig, dass alle, die die Schule verlassen, ein \u201eselbstbestimmtes Leben\u201c f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-contrast-color has-text-color has-link-color wp-elements-3 wp-block-paragraph\">Der Minister verfolgt sein Ziel im Dreischritt: reden, befragen, umsetzen. Seit Monaten trifft er sich mit Expert:innen, Lehrer:innen, Eltern und Sch\u00fcler:innen. Im J\u00e4nner f\u00fchrte das Umfrageinstitut von Peter Hajek eine gro\u00df angelegte Onlinebefragung unter dem Motto \u201ePlan Zukunft: Bildung f\u00fcrs Leben\u201c durch. \u00dcber 46.000 Teilnehmer:innen \u2013 Eltern, Lehrer:innen und Sch\u00fcler:innen \u2013 haben die Fragen beantwortet. Dabei durften Eltern und Lehrer:innen z. B. elf vorgegebene Entwicklungen bewerten, welche \u201edas Bildungssystem besonders herausfordern\u201c. Von beiden Gruppen wurde an erster Stelle der \u201eEinfluss sozialer Medien auf Lernen, Konzentration und Verhalten\u201c als markante negative Entwicklung genannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-contrast-color has-text-color has-link-color wp-elements-4 wp-block-paragraph\">In einem weiteren Item wurden Sch\u00fcler:innen, Eltern und Lehrer:innen sechs Themen mit der Frage \u201eWelche Kompetenzen sollten im Schulunterricht besonders vermittelt werden?\u201c zur Gewichtung vorgelegt: Soziale Kompetenzen, Kritisches Denken, Lernen lernen, Teamarbeit, Kreativit\u00e4t &amp; Innovationen, Digitale Kompetenz. Ergebnis: In allen drei Gruppen werden \u201eSoziale Kompetenzen\u201c an erster und \u201eKritisches Denken\u201c an zweiter Stelle als jene Kompetenzen genannt, die \u201ebesonders vermittelt\u201c werden sollen. An die letzte Stelle gereiht wurde das Bed\u00fcrfnis nach mehr \u201eDigitaler Kompetenz\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-contrast-color has-text-color has-link-color wp-elements-5 wp-block-paragraph\">Anfang Februar wurden die Ergebnisse dieser Umfrage im Rahmen einer Pressekonferenz der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert. Und welche Konsequenzen zieht der Bildungsminister daraus? Es soll der neue Unterrichtsgegenstand \u201eMedien und Demokratie\u201c eingef\u00fchrt werden. Und zwar am besten auf Kosten von Fremdsprachen (Franz\u00f6sisch, Italienisch, Spanisch, Latein). Der Minister wog sich in Sicherheit, indem er erw\u00e4hnte, nur Latein k\u00fcrzen zu wollen, und untersch\u00e4tzte den medialen Aufschrei. Doch vorerst sollen noch in sogenannten B\u00fcrger:innenforen in ganz \u00d6sterreich die Details der \u201eReform\u201c diskutiert werden, bevor Ende M\u00e4rz die finale Pr\u00e4sentation mit den konkreten Ma\u00dfnahmen stattfindet, mit denen der Bildungsminister die \u201eP\u00e4dagogik ins 21. Jahrhundert\u201c bringen will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-contrast-color has-text-color has-link-color wp-elements-6 wp-block-paragraph\"><strong>Stundenverschiebung als \u201eradikaler Umbau\u201c?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-contrast-color has-text-color has-link-color wp-elements-7 wp-block-paragraph\">Obwohl das Bildungsministerium seit vielen Jahren Daten sammelt und inzwischen schon mehrere umfangreiche, wissenschaftlich fundierte \u201eNationale Bildungsberichte\u201c vorliegen, findet sich im \u201ePlan Z\u201c kein Bezug darauf. Die aktuelle Meinungsumfrage ist ausreichend, um \u201e\u00dcbereinstimmungen\u201c zu eruieren, man schaut einmal, woher der Wind weht, dann kann nichts schiefgehen. Mit den Roadshows und der Massenbefragung wird Stimmung gemacht, um Widerspruch zu zerstreuen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-contrast-color has-text-color has-link-color wp-elements-8 wp-block-paragraph\">Wer \u2013 wie Bildungsminister Wiederkehr \u2013 von einem \u201eradikalen Umbau\u201c des Bildungssystems spricht und Sch\u00fcler:innen und Lehrer:innen in \u201eeine immer komplexer werdende Welt\u201c f\u00fchren will, von dem d\u00fcrfte man mehr erwarten als eine Stundenverschiebung. Mit den angek\u00fcndigten eigenen F\u00e4chern f\u00fcr Wirtschafts- und Finanzbildung, Medienkompetenz und Demokratiebildung kommt er Industrie- und Wirtschaftsinteressen und der Stimmung in den Medien entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-contrast-color has-text-color has-link-color wp-elements-9 wp-block-paragraph\"><strong>Klimabildung und viele andere wichtige Themen fehlen weiterhin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-contrast-color has-text-color has-link-color wp-elements-10 wp-block-paragraph\">In welches Jahrhundert die Pl\u00e4ne weisen, zeigt auch die Kritik von \u201eTeachers For Future\u201c (TFF): Der Bildungsminister ignoriere \u201eeine zentrale Herausforderung\u201c, n\u00e4mlich \u201edie \u00f6kologischen Krisen\u201c. Sie schlagen vor, die \u201e,Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung\u2018 (BNE) als h\u00f6chste Priorit\u00e4t an jedem Schulstandort\u201c zu verankern, ein Konzept mit vielen Inhalten, \u201edie auf eine gute Welt &amp; Gesellschaft von morgen vorbereiten: Soziale Kompetenzen; kritisches, innovatives &amp; kreatives Denken; Alternative Wirtschaftsmodelle (eben nicht kapitalistisch und neoliberal); lernen von \u00f6kologischen Lebensweisen; Klimabildung;\u2026\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-contrast-color has-text-color has-link-color wp-elements-11 wp-block-paragraph\">Auch diese Themen haben keinen Platz in den Bildungspl\u00e4nen f\u00fcr das 21. Jahrhundert: Bildungsungerechtigkeit, die Belastung der Lehrer:innen, das fehlende Unterst\u00fctzungspersonal, die fehlenden qualifizierten Lehrer:innen, jenes F\u00fcnftel von Schulabg\u00e4nger:innen, denen die Grundkompetenzen fehlen, die Ziffernnotenproblematik oder die unzureichende Sprachf\u00f6rderung. Aber auch die gro\u00dfen strukturellen Probleme, die zersplitterten Bund-Land-Zust\u00e4ndigkeiten, die fehlenden Ganztagsschulen oder gar die Gemeinsame Schule der 6 bis 14-J\u00e4hrigen finden keine Erw\u00e4hnung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-contrast-color has-text-color has-link-color wp-elements-12 wp-block-paragraph\">Das alles w\u00e4re viel zu viel f\u00fcr das einfache Denken in einer immer komplexer werdenden Welt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-contrast-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-13 wp-block-paragraph\">Dieser Beitrag erschien im gleichen Wortlaut auch in der Printausgabe der Zeitschrift &#8222;KULTUR&#8220;, M\u00e4rz 2026<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Kommentar zu den aktuellen Pl\u00e4nen des Bildungsministers von VLI-Obmann Gerhard Pu\u0161nik Eine \u201eAufholjagd\u201c ist dem Bildungsminister zu wenig, er will das Bildungssystem mit einem \u201ePlan Z\u201c auf die \u201e\u00dcberholspur\u201c bringen. 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