03. März 2026


Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Letzten Freitag erreichte das Rundschreiben (RS) mit dem Titel "Umsetzung des Kopftuchverbots" die Schulen. Gleich 17 Seiten mit zusätzlich 5 Beilagen sind es geworden, mit denen alle Schulen, Direktor:innen und Lehrer:innen, über das ab Herbst geltende Kopftuchverbot, aber vor allem über das konkrete Vorgehen im Fall des Falles informiert werden sollen. Ab September ist das "Tragen von Kopftüchern nach islamischen Traditionen, die das Haupt verhüllen, für Schülerinnen bis 14 Jahre in öffentlichen und privaten Schulen verboten", lautet die strenge Vorschrift.

Beschlossen wurde das Gesetz bereits im vergangenen Jahr und sorgte schon damals für kontroverse Diskussionen. Erstaunlich ist allerdings die Diktion, mit der das BMB die Umsetzung nun kommuniziert. Sie ist dermaßen rigide, mit polizei- und obrigkeitsstaatlichem Jargon durchsetzt und in autoritärem Duktus vorgetragen, dass auch solche Kolleg:innen, die bisher das Kopftuchverbot befürwortet haben, nur noch den Kopf schütteln.
 
Da wird nicht lange gefackelt, die Abfolge der handelnden Akteure ist klar festgelegt: Die Lehrkraft sieht ein Kopftuch, ermahnt einmal und bei Nichtbeachtung kommt der Apparat in Schwung. Schulleitung, Bildungsdirektion, Bezirksverwaltungsbehörde lautet die Stufenfolge. Letztere leitet ein Verwaltungsstrafverfahren ein, entscheidet und bestraft.

Für die Lehrperson gibt es keinen Ermessensspielraum. Wenn sie ein Kopftuch nach "islamischen Traditionen" registriert, ist sie verpflichtet, eine Meldung zu machen. "Die Meldung ist Teil der dienstlichen Aufgaben der Lehrkraft. Wird die Meldung unterlassen, liegt eine Verletzung der Dienstpflichten vor."

Der autoritäre Charakter dieses Rundschreibens ist einzigartig. Die verordnete neue Aufgabe für Lehrer:innen hat nichts mit Pädagogik und Didaktik, nichts mit Lehren und Lernen zu tun. Ermahnen, verfolgen, anzeigen, strafen, das ist die Arbeit der Exekutive, von Ordnungshütern, aber nicht die Sache von Pädagog:innen im 21. Jahrhundert.

Damit keiner aufmuckt, schließt das RS Nr.1/2026 mit einer Drohung als Orientierungshilfe: "Eine Unterlassung könnte allenfalls rechtliche Folgen für Lehrkräfte, Schulleitung oder Behördenmitarbeitende haben. In der Vergangenheit haben unterlassene Anzeigen oder deren Bearbeitung bereits zu, auch strafrechtlichen, Verurteilungen öffentlich Bediensteter geführt."

Sollen und wollen sich Lehrer:innen das tatsächlich gefallen lassen?

Wir wünschen trotz der weltpolitisch angespannten Zeit einen guten Tag.

Das VLI/ÖLI-Team.

KUB - Die Führung für Lehrer:innen

KOO JEONG A
LAND OF OUSSS [ GRAVITTA ]
Kunsthaus Bregenz
Donnerstag, 12. 03.2026
17:00 Uhr

KOO JEONG A widmet sich beiläufigen Erscheinungen. Unsichtbare Phänomene werden über Klänge und Gerüche erfahrbar. KOO JEONG As Werk ist von einer außergewöhnlich stillen Sprache und zurückhaltenden Gesten geprägt: Wenige, präzise gesetzte Mittel erzeugen Wirkung.  

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Kommentar
Reform ohne Veränderungen

Eine „Aufholjagd“ ist dem Bildungsminister zu wenig, er will das Bildungssystem mit einem „Plan Z“ auf die „Überholspur“ bringen. Das hat Christoph Wiederkehr Mitte November in einer Grundsatzrede verkündet. Bildung heißt für ihn: kritisch denken, Zusammenhänge begreifen, Verantwortung übernehmen. Es sei ihm wichtig, dass alle, die die Schule verlassen, ein „selbstbestimmtes Leben“ führen können.

Der Minister verfolgt sein Ziel im Dreischritt: reden, befragen, umsetzen. Seit Monaten trifft er sich mit Expert:innen, Lehrer:innen, Eltern und Schüler:innen. Im Jänner führte das Umfrageinstitut von Peter Hajek eine groß angelegte Onlinebefragung unter dem Motto „Plan Zukunft: Bildung fürs Leben“ durch. Über 46.000 Teilnehmer:innen – Eltern, Lehrer:innen und Schüler:innen – haben die Fragen beantwortet. Dabei durften Eltern und Lehrer:innen z. B. elf vorgegebene Entwicklungen bewerten, welche „das Bildungssystem besonders herausfordern“. Von beiden Gruppen wurde an erster Stelle der „Einfluss sozialer Medien auf Lernen, Konzentration und Verhalten“ als markante negative Entwicklung genannt.

Den ganzen Kommentar kannst du in der März-Nummer der Zeitschrift KULTUR oder hier nachlesen.


Mittwoch, 18. März 2026

18:00 - 19:30 Uhr
So holst du dir Geld zurück
Arbeitnehmer:innenveranlagung - Wann? Wie? Was?
Fortbildung, Reisekosten, Arbeitsmittel,…absetzen.


Montag, 27.April 2026
18:00 - 20:00 Uhr
SGA und Schulforum
SGA und Schulforum – mit diesen ist im Mai über Klassengrößen zu verhandeln. Und sonst?


ÖLI
- Café /
Online-Treffpunkt

Fragen stellen und diskutieren.
Donnerstag, 05. März 2026
19:30 Uhr


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  • Information für Neulehrer:innen

  • Gehaltstabelle 2026 Die Gehaltstabelle 2025 gilt dank des "Verhandlungserfolgs" der GÖD-Spitze noch bis einschließlich Juni 2026. Ab 01.07. werden die Gehälter der Lehrer:innen um 3,3 % erhöht.

  • Das kreidekreis Jahres-Abo als Printausgabe kostet 7,- €, einfach hier einzahlen: IBAN: AT 30 2081 5000 4576 6136, lautend auf: Österr. LehrerInnen Initiative.

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